Freiwillige Feuerwehr Leonberg

Die Grundausbildung bei der Feuerwehr

Die Grundausbildung ist der erste Teil der Truppmannausbildung und muss von allen zukünftigen Feuerwehrleuten absolviert werden. Ziel dieses Lehrgangs, welcher an 7 Samstagen durch geführt wird, ist die „…Befähigung zur Übernahme von grundlegenden Tätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz in Truppmannfunktion unter Anleitung“.

Tag 1
Der Lehrgang beginnt mit dem Unterricht zu Rechtsgrundlagen und der Organisation einer Feuerwehr. Die Teilnehmer beschäftigen sich in Gruppenarbeit mit den Gesetzen und präsentieren die Ergebnisse ihrer Aufgabe den anderen Kameraden. Nach der Vesperpause stehen die Auseinandersetzung mit der persönlichen Schutzausrüstung und das richtige Verhalten in gefährlichen Bereichen auf dem Stundenplan. Nachmittags stellen sich die Anwärter dann in praktischen Übungen den Fragen: Wie stellt man eine tragbare Leiter richtig auf oder mit welchem Knoten wird eine Person gesichert.

Tag 2
Der zweite Tag beginnt im Lehrsaal: zunächst stehen die speziellen Gefahren durch Rauchgase und die Stressbewältigung im Feuerwehreinsatz auf dem Programm. Bei dem zweiten Thema werden wir dankenswerterweise u.a. von Notfallseelsorger Pfarrer Konrad unterstützt. Warum brennt ein Feuer überhaupt und wie kann man es löschen sind die Fragestellungen, denen nach der Frühstückspause auf den Grund gegangen wird. Anschließend wird die Kennzeichnung von gefährlichen Stoffen und Gütern behandelt. Am Nachmittag gibt es dann wieder eine praktische Ausbildung. Der Aufbau von Wasserentnahmemöglichkeiten aus einem offenen Gewässer und aus den Hydranten, sowie das richtige verlegen von Rollschläuchen sind die Aufgabenstellungen.

Tag 3
Der dritte Samstag steht dann ganz im Zeichen des Löscheinsatzes. Angefangen wird in der Theorie mit der Aufgabenverteilung in einer Staffel oder Gruppe. In verschiedenen Übungsabläufen werden dann die einzelnen an den Vortagen erlernten Bausteine zu einem Ganzen zusammengeführt und so entsteht der geordnete Aufbau eines Löschangriffs. Die Teilnehmer üben an diversen Stellen rings um die Feuerwache verschiedene Einsatzformen.

Tag 4
Nach dem Löscheinsatz geht es heute schwerpunktmäßig um die technische Hilfeleistung. Nach den theoretischen Grundlagen der Technischen Hilfeleistung und der stärkenden Pause findet die praktische Ausbildung an verschiedenen Stationen statt: Erstmaßnahmen wie Airbagsicherung und Glasmanagement bei einem Verkehrsunfall, Rettung aus einem Unfallfahrzeug mit hydraulischem Rettungsgerät, Bewegen von Lasten mit dem Mehrzweckzug, Sichern einer Schadensstelle mit Bohlen und Dielen sowie die Beleuchtung und Absicherung einer Einsatzstelle sind die Aufgaben, mit denen sich die Feuerwehrangehörigen hierbei auseinandersetzen müssen.

Tag 5
Der feuerwehrtechnische Teil geht an diesem Tag zu Ende. Traditionell wird vormittags an einem Abbruchgebäude eine Übung durchgeführt. Die Teilnehmer können die gelehrten Inhalte umsetzen und an einem realistischen Übungsobjekt anwenden. Nach dem Essen folgt die Lernerfolgskontrolle. Jeder Teilnehmer muss einen schriftlichen Multiple-Choice-Test und eine praktische Prüfung an fünf Stationen ablegen. So können die Ausbilder jeden einzelnen Prüfling beurteilen und das Erreichen des Lehrgangsziels überprüfen.

Tag 6 und 7
Neben Brandbekämpfung und Technischer Hilfe muss jedes Feuerwehrmitglied auch medizinische Hilfe leisten können. Somit werden die Lehrgangsteilnehmer zwei Tage lang in lebensrettenden Sofortmaßnahmen, dem In-Sicherheit-Bringen von Personen, der Sicherung und dem Transport von verletzten Personen, besonderen Rettungsmaßnahmen, Kenntnissen über Fahrzeuge des Rettungsdienstes sowie speziellen medizinischen Rettungsgeräten unterwiesen. Da Wissen allein nicht ausreicht, stehen hier auch immer intensive praktische Übungen auf dem Programm. Diesen Lehrgangsteil führt der DRK-Ortsverein Leonberg durch.


Alles in allem hat jeder Lehrgangsteilnehmer nun 70 Unterrichtsstunden á 45 Minuten Grundlagenarbeit der Feuerwehr beigebracht bekommen. Und dies war erst der Anfang der umfangreichen Ausbildung bei der freiwilligen Feuerwehr.