Ein Tag mit dem SWR Fernsehen

  • Bericht vom 08.03.2011
  • Das SWR Fernsehen berichtet eine Woche lang über Betriebe und Institutionen aus Leonberg. Anlässlich des 150jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Leonberg wurde die Feuerwehr Leonberg einen Tag lang begeleitet. Den Auftakt zu diesem Tag machte eine Historische Übung auf dem Leonberger Marktplatz. Dabei wurde ein Brand des alten Rathauses simuliert. Dabei wurde der Bürgermeister und zwei weitere Personen über den historischen Leiterwagen gerettet. Der Brand wurde mit dem Hydrofor, in Gemeinschaft mit der Altersabteiltung und der aktiven Wehr, bekämpft. Dabei kamen unter anderem alte Hanfschläuche sowie Löscheimer und Butten zum Auffüllen des Hydrofors zum Einsatz. Danach wurde die historische Übung auf dem Marktplatz beendet. Anschließend wurde in der Feuerwache eine technische Hilfeleistungsübung vorbeireitet. Hierbei sollte die Vorgehensweise und Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr an einem verunfallten PKW dargestellt werden.
    Diese Vorbereitungen wurden durch einen realen Einsatz unterbrochen. Es musste zu einen Fritteusenbrand nach Rutesheim ausgerückt werden. Dabei begleitete das SWR Fernsehteam ebenfalls die Feuerwehr und konnte so unmittelbar den Unterschied zwischen Übung und Ernstfall miterleben.
    Nach dem Löschen des Fritteusenbrandes konnte die Feuerwehr einrücken und mit der Technischen Hilfeleistungsübung fortfahren.
    Zurück in der Feuerwache angekommen wurden die Fernsehaufnahmen beendet.
    Nach einem aufregenden Faschingsdienstag, trat das SWR Fernsehteam zufrieden seine Heimreise an.
    Die Ausstrahlung findet am 31.03.2011 im SWR Fernsehen in der "Landesschau mobil" statt.



    Stuttgarter Zeitung veröffentlicht am 08.03.2011

    Viel Qualm um nichts und glänzende Helme

    Hilfe, Hilfe, Feuer", schallt es über den Marktplatz. Passanten drehen sich in Richtung des Alten Rathauses, von wo aus die Schreie ertönen. Es ist das verzweifelte Rufen von Selina Ziegler und Svenja Dürr. Die Mädchen stehen zusammen mit Ordnungsamtsleiter Rolf Kindler an einem Fenster im ersten Stock des mächtigen Fachwerkgebäudes. Aus dem Raum bahnt sich dichter Qualm den Weg in Richtung Giebel. Doch Rettung naht in Form eines pferdegezogenen Pumpenwagens und einer von Feuerwehrmännern bewegten fahrbaren Leiter.

    Eine Woche lang ist ein Team des Südwestrundfunks in Leonberg unterwegs, filmt Geigenbauer, Pfeiffers Klavierfabrik und Industriebetriebe - und setzt auch das Feuerwehrjubiläum ins Szene.

    Was tut man also nicht alles, um prominent ins Fernsehen zu kommen? Die Feuerwehr setzte gestern kurzerhand eine Vorübung der historischen Löschübung an. Und so kam es, dass am helllichten Faschingsdienstag 25 Männer in schwarzer Uniform mit roten Säumen dazu in der Sonne mit strahlenden Messinghelmen über den Marktplatz laufen.

    Und man kann es gleich vorwegnehmen - niemand wurde verletzt und das Rathaus steht auch noch. Doch viel Qualm, "Hilfe"-Rufe und eine Trompetensignal sorgen schon für tolle Bilder: Ein Ausguck hat den Brand erkannt und gemeldet. Gezogen von den beiden mächtigen Kaltblütern Lukas und Hannes - beide aus dem Widmaierschen Stall - trabt die Feuerwehr mit Pumpenwagen und Leiter zur Rettung herbei. Jürgen Ziegler hat das Kommando. "Alle antreten in Zweierreihen!", ruft er. Die Wasserträger sprinten mit ihren Behältnissen, den sogenannten Butten, zum Marktbrunnen. Sie füllen sie und laufen zum Wagen, um sie in den Pumpenbehälter auszuschütten. Währenddessen rollen andere Wehrmänner die alles andere als dichten Schläuche aus. Günter Widmaier erklärt: "Die ersten zwei Minuten wird aus den Spritzen kein Wasser herauskommen, da der Dichtungshanf erst in Kontakt mit Wasser richtig funktioniert."

    Die Löschkräfte zeigen, dass vor einem knappen Jahrhundert das Vorgehen der Feuerwehr in dicht bebauten Altstädten ein ganz anderes gewesen war. Denn sie schützen mit dem Wasser die Gebäude links und rechts. "Früher hat man das noch brennende Haus schnell abgerissen und dann erst gelöscht", so Widmaier, "denn man musste vor allem darauf achten, dass die umliegenden Häuser verschont blieben." Dass die Demonstration solcher Art von Brandbekämpfung in dem Fall unmöglich ist, liegt auf der Hand - auch wenn aus den Zuschauerreihen der Vorschlag kommt, man möge das Rathaus doch abbrennen lassen.

    Schließlich richten die Wehrleute die Leiter auf und retten der Reihe nach Selina, Svenja und Rolf Kindler. Auch die Mädchen tragen historische Kleider, und der Leiter des Ordnungsamtes gar eine schwarze Beamtenrobe mit zugehörigem Hut. Wieder am Boden, liegen sich die drei hustend in den Armen. "Wir dachten, wir sterben", sagt die 13-jährige Svenja. Währenddessen bläst der Trompeter zum Abzug. Günter Widmaiers Manöverkritik fällt bekanntermaßen ausführlich aus: "Die Leonberger Feuerwehr hat ihre Schlagkraft wieder einmal bewiesen."

    Landesschau Der SWR zeigt den Beitrag "im Dritten" am 31. März am Ende der Landesschau (18.45 bis 19.45 Uhr). Schon ab 28. März liegt in den Sendungen der Schwerpunkt auf Leonberg. Am Samstag, 2. April, sind um 18.45 Uhr alle Leonberger Beiträge zu sehen.

    Jubiläum Die Feuerwehr feiert ihr Jubiläum unter anderem vom 28. März bis 2. April mit den "Tagen der Retter" im Leo-Center . Am 9. April wird von 19 Uhr an die historische Übung auf dem Marktplatz zelebriert. Am 1. Mai stellt die Feuerwehr den Maibaum mit einer zünftigen Hocketse auf dem Leoneberger Marktplatz (11 Uhr) . Am 16. Mai feiert dann die Feuerwehr ein ganzes Wochenende lang ihren 150. Geburtstag in der Feuerwache und auf dem Festplatz.
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