Festakt zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr Leonberg

  • Bericht vom 15.04.2011
  • Am Freitagabend fand der offizielle Festakt zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Leonberg statt.
    Durch das Programm des Festaktes führte Stadtbrandmeister Günter Widmaier.
    Eröffnet wurde die Feierlichkeit durch Oberbürgermeister Bernhard Schuler.
    Seiner Rede schlossen sich die Grußworte des ersten Landesbeamten Wolf Eisenmann, des Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg Dr. Frank Knödler und des Kreisverbandsvorsitzenden Willi Dongus an.
    Die Leonberger Hilfsorganisationen wurden durch den Leiter des Polizeireviers Markus Geistler vetreten. Die Sparkassen-Versicherung, vertreten durch Dieter Menrad, sprach anlässlich der Feier seine Grußworte.
    Der Kommandant der Feuerwehr Gerlingen Hans-Jörg Schopf vertrat die befreundeten Feuerwehren des Landkreises Ludwigsburg mit denen die Feuerwehr Leonberg eng aufgrund des Engelbergbasis-Tunnels und der Zentralen Werkstätten zusammenarbeiten.
    Ein weiteres Grußwort sprach der Heimsheimer Kommandant Ralf Rüth, der in seiner Rede den zwei Kameraden der Feuerwehr Leonberg, die beim Einsatz in Heimsheim am 18. April 1945 ihr Leben lassen mussten, gedachte. Die Abteilungen der Feuerwehr Leonberg vertrat Abteilungskommandant Joachim Bürklen, der nicht nur der Abteilung Leonberg zum 150-jährigen Bestehen gratulierte, sondern seine Glückwünsche auch der Abteilung Gebersheim aussprach, die dieses Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum feiert.

    Neben dem 150. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Leonberg wurde an dieser Feierlichkeit auch das 25-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen der Feuerwehr Kaltern Markt und der Feuerwehr Leonberg gefeiert. Anlässlich dieses Ereignisses kam eine Delegation aus dem Ort in Südtirol angereist um der Feuerwehr Leonberg ihre Glückwünsche zu überbringen.

    Die Geschichte der Feuerwehr Leonberg von der Gründung bis zur Motorisierung wurde durch Matthias Fritz anhand von Exponaten und Bildern lebendig dargestellt. Die Exponate können derzeit in einer Ausstellung im Leonberger Stadtmuseum begutachtet werden.

    Willi Dongus und Dr. Frank Knödler überreichten während der Feierlichkeiten Oberbügermeister Bernhard Schuler das Feuerwehr-Ehrenzeichen. Kommandant Jürgen Ziegler bekam das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber und Stadtbrandmeister Günter Widmaier das Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold verliehen.

    Das Schlusswort hielt Abteilungskommandant Jürgen Ziegler, der die Gäste aus Politik, Wirtschaft und der befreundeten Feuerwehren zum anschließenden Stehempfang einlud.

    Die Feierlichkeit wurde von der Jugendmusikschule musikalisch begleitet.


    150 Jahre im Einsatz für die Bürger der Stadt
    Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 18.04.2011

    Leonberg Mit einem Festakt hatdie Feuerwehr ihr Jubiläumgefeiert. Von Jonas Müller

    Einen besonderen Einblick in die Geschichte der Feuerwehr hat Matthias Fritz den Gästen in der Stadthalle gegeben. Sie waren gekommen, um das 150-Jahr-Jubiläum der Wehr zu feiern. Dafür hat Fritz unzählige Daten und Geschichten zusammengetragen. "Eine Feuerwehr wurde 1859 zum ersten Mal im Gemeinderat erwähnt", berichtete Fritz und zitierte aus den historischen Dokumenten. "Aber damals wie heute konnte man ohne fühlbare Belastung der Stadtkasse keine Feuerwehr unterhalten. Erst am 15. Mai 1861 stellte das scheinbar kein Problem mehr dar, und der Gemeinderat beschloss, die Feuerwehr zu gründen." Als 74. Feuerwehr in Württemberg und nach Heimsheim die zweite im Oberamt bekam damit Leonberg eine Feuerwehr.

    Rund 300 Mitglieder hatte die Wehr damals, 120 Mann in der freiwilligen Abteilung und 180 in der Pflichtfeuerwehr. "Das war ein riesiger Laden damals", sagte Matthias Fritz. "Nachdem die Feuerwehrleute von Instruktoren aus Stuttgart ausgebildet worden waren, waren sie ab September 1861 einsatzbereit." Elf Einsätze in den ersten zehn Jahren hat Fritz in den Unterlagen gefunden. Als historisches Anschauungsmaterial konnte er unter anderem die erste Fahne der Leonberger Feuerwehr präsentieren. "Die war damals bei jedem Brand dabei und hat den Standort des Kommandanten angezeigt", erklärte Fritz.

    Auch ein Hydrantenwagen aus der Anfangszeit der Feuerwehr zeigte den Gästen auf der Bühne, wie die Feuerwehrleute damals Brände löschten. Fritz gab den Festgästen auch einen Einblick in die Geschichte der Eltinger Feuerwehrabteilung. "1876 beschaffte Eltingen eine Spritze, weil der Brandschutz dort schlecht war. Sowohl Leonberg als auch Eltingen hatten somit eine Feuerwehr, bevor es 1885 zur Pflicht für alle wurde", erläuterte Fritz.

    Spannende Geschichten hat der Chronist auch über den größten Einsatz der Feuerwehr beim Stadtbrand im Jahr 1895 zusammengetragen. "Der Großbrand war ein Anziehungspunkt für die Bevölkerung. Am Montag nach dem Brand wurden am Stuttgarter Hauptbahnhof 2300 Tickets nach Leonberg verkauft, und die Stadt öffnete den Kirchturm als Aussichtsplattform."

    Zu der mechanischen Leiter, die in der Stadthalle aufgestellt war, hatte Fritz ebenso eine Geschichte zu erzählen. "Um 1900 wurde so eine Leiter in Leonberg beschafft." Auf einem Bild von dem Brand in der Abteigasse vier Jahre später fand der Chronist schließlich auch den Beweis für eine Menschenrettung mit der Leiter.

    Auch in anderen Bereichen ging die Entwicklung der Feuerwehr immer weiter. "Als erste Feuerwehr im Oberamt beschaffte Eltingen 1924 eine Motorspritze. Damit konnte man nun quasi auf Knopfdruck 1000 Liter Wasser in der Minute fördern, wofür man vorher zwölf bis 14 Mann brauchte", sagte Matthias Fritz. Bei der Leonberger Wehr brachte der Brand der Schweitzer Mühle 1929 die Motorisierung voran. "Am 22. Oktober hat die Stadt eine Motorspritze bestellt, mit der man sogar 2500 Liter Wasser in der Minute befördern konnte. Das ist vergleichbar mit heutigen Pumpen, nur war die damals eben noch deutlich größer", erklärte Fritz.

    Neben dem Chronisten hatten die Vertreter der verschiedenen Hilfsorganisationen und befreundeten Feuerwehren Grußworte für die Leonberger Kollegen mitgebracht. Joachim Bürklen, Abteilungskommandant in Warmbronn, gratulierte auch der Abteilung Gebersheim, die dieses Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert. Eine weite Anreise hatte die Delegation der Feuerwehr Kaltern Markt aus Südtirol auf sich genommen. Sie kamen, um ein weiteres Jubiläum mit den Leonberger Feuerwehrleuten zu feiern. Seit 25 Jahren verbindet die beiden Wehren nun eine Partnerschaft.

    Im Rahmen des Festakts wurde Oberbürgermeister Bernhard Schuler das Feuerwehr-Ehrenzeichen verliehen. Der Kommandant der Abteilung Leonberg, Jürgen Ziegler, erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber und der Stadtbrandmeister Günter Widmaier das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold verliehen.
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