Ein Geburtstag für die ganze Stadt

  • Bericht vom 15.05.2011
  • Leonberger Kreiszeitung,
    Michael Schmidt, veröffentlicht am 15.05.2011

    Die Szene spricht fürs ganze Wochenende: Als am späten Sonntagvormittag der letzte, prächtige Feuerwehr-Oldtimer rückwärts auf dem Festplatz an der Steinstraße seine Position bezogen hat, klatscht der freiwillige Feuerwehrmann Armin Schwegler seinen Kameraden Jan Bäuerle ab. Das farbenprächtige Bild in Chrom und viel rotem Blech steht. Jetzt passts, ihr Kinderlein kommet, sagt Hebammen-Sohn Schwegler augenzwinkernd und lacht. Seit zwei Jahren schon planen die ehrenamtlichen den 150. Geburtstag ihrer Feuerwehr.

    Schweglers Freude zur Halbzeit des furiosen Festwochenendes kommt nicht zu früh. Fröhlich und doch mit viel Sachinformationen rund ums heiße Thema; vielseitig und doch unaufgeregt, dank des weitläufigen Festgelände zwischen Reitstadion, Steinstraße und der Feuerwache, liefen zahllose Übungen ab. Überraschende Höhepunkte gab es beim Ökumenischen Gottesdienst, als Dekan Vögele mit seinem katholischen und methodistischen Amtskollegen von der Drehleiter, von einem Löschfahrzeug herab und geerdet vom Boden aus, die Wehrleute bei ihrem segensreichen Job ermutigte.

    Aber auch die Partyelemente hatten ihre eigene Dynamik bei der Feuerwehrfamilie: Nicht die Volksmusik auf der Bühne, nicht die satten Bässe in der Bar des Fahrzeugschuppens - der Hof dazwischen war plötzlich bis früh in den Morgen ein Treffpunkt, wo man, beinahe wie auf einer italienischen Piazza miteinander redete, anstieß , lachte. Die Delegationen der Feuerwehren aus Rovinj (Kroatien) und Kaltern (Südtirol) staunen. Nicht nur modernste Technik vom feinsten wie beispielsweise einem gigantischen Flughafen-Tanklöscher bekamen sie zu sehen, sondern auch schwäbische Herzlichkeit zu spüren.

    Dem Führungsteam um Günter Widmaier, Jürgen Ziegler, Wolfgang Zimmermann und Torsten Bareither war es gelungen, die ganze Feuerwehrfamilie und sogar darüber hinaus Helfer zu motivieren: Die Citylauf-Initiatorin Helga Grau-Ritter tippte Samstagabend an der Kasse, die Leo-Center-Managerin Diana Bäßler war zum Kuchenbacken eingeteilt. Und ein Unternehmer wie der Höfinger Ralph Kurz spendierte seiner ehemaligen Wehr großzügig einen Trainingscontainer.

    Ein Engagement, quer durch die Stadt, welches den Landrat Roland Bernhard schwer beeindruckte. Gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister Guido Plischek, dem Landesgeschäftsführer des Feuerwehrverbandes Willi Dongus und zahllosen Delegationen von Nachbarwehren wurde der neue 18 Tonnen schwere und rund 300000 Euro teure Tanklöscher offiziell übergeben. Stadtbrandmeister Widmaier störte sich hernach nur ein bisschen an den Worten des Landrats, der davon sprach, dass dieses Einsatzfahrzeug ein Geschenk für die Feuerwehr ist. - Wir hoffen, dass das Fahrzeug so wenig wie möglich im Einsatz ist - denn dann ist auch niemand in Not, sagte Widmaier. Bernhard hatte ungeachtet dessen, eine weitere frohe Kunde dabei: Vier schwere Tanklöscher konnte der Landkreis dem Bundeskatastrophenschutz abringen. Das erste dieser fabrikneuen Fahrzeuge soll demnächst in Leonberg stationiert werden - auch wegen der besonderen Risikopotentiale wie den Autobahnen und dem Engelbergtunnel, bestätigte der Kreisbrandmeister. Von den Ohren des Oberbürgermeisters Bernhard Schuler und zahlreichen Stadträten bescheinigte er den Leonberger Wehrleuten, dass sie im Landkreis bekannt dafür sind, dass sie sich am realen Maß orientieren und nur das beschaffen, was wirklich nötig ist.
    Aus Plischeks Sicht ist die Leonberger Fe6uerwehr eine wichtige Säule im Landkreis. Aus Sicht der Leonberger dürfte das für die Stadtgemeinsachaft ebenso gelten.
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